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Tertiärteich 2017-08-06 Whs8843
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Kinder erforschen den Tertiärteich
Kinder erforschen den Tertiärteich


Wer eine botanische Weltreise unternehmen möchte oder einfach nur Ruhe und Erholung im Grünen sucht, findet im Botanischen Garten der Ruhr-Universität eine exotische Oase, deren Besuch sich zu jeder Jahreszeit lohnt. Im Stadtteil Querenburg, am Südost-Rand der Stadt Bochum gelegen, erstreckt sich seit 1971 der Botanische Garten über den Südhang des Campus der Ruhr-Universität. Auf einer Fläche von 13 Hektar beherbergt er über 10,000 Pflanzenarten und gehört damit zu den größten botanischen Gärten Deutschlands.


UNSERE GROSSEN SCHAUHÄUSER

Als Teil der Ruhr-Universität Bochum dient der Botanische Garten in erster Linie der Forschung und Lehre aber auch der Bildung und Erholung der Öffentlichkeit. Schließlich gibt es viel Spannendes, Wissenswertes oder einfach nur Schönes über die Pflanzen der Erde zu vermitteln. Beginnen kann die Entdeckungsreise im zentralen Gewächshauskomplex. Hier können Besucher auf 1,700 qm exotische Pflanzen aus verschiedenen Vegetationszonen der Erde hautnah erleben. Unterteilt ist dieser Bereich in drei Schauhäuser, nämlich das Tropenhaus, das Wüstenhaus und das Savannenhaus.

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Blick in auf das Tropenhaus
Blick in auf das Tropenhaus


Tropische Nutzpflanzen

Im Tropenhaus begegnen Besucher exotischen Pflanzen der tropischen Regenwälder Amerikas, Afrikas, und Asiens. Neben wilden Feigenbäumen, Mangroven, Palmen, Farnen, Bromelien und Orchideen findet man dort auch tropische Nutzpflanzen. Da wären zum Beispiel der Kakaobaum (Theobroma cacao, Malvaceae), ohne den es keine Schokolade gäbe, die wunderbare Vanille, und der Kaffeestrauch, der keine weitere Erklärung braucht.


Insider werden mit Staunen auch die ostafrikanische Wunderbeere (Synsepalum dulcificum, Sapotaceae) oder die angeblich so gesunde Nonifrucht (Morinda citrifolia, Rubiaceae) entdecken. Erstere enthält den Wirkstoff „Miraculin“, der unseren Geschmackssinn verrücktspielen und Saures oder Bitteres plötzlich zuckersüß schmecken lässt. Letztere hingegen, wurde zwar schon bei den Ureinwohnern der Karibik als universelle Heilpflanze angesehen, doch halten Schulmediziner die dem übrigens widerlich schmeckenden Nonisaft verschriebene Wirkung für übertrieben.

Wüstenhaus Whs3251
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Blick in das Wüstenhaus
Blick in das Wüstenhaus


Dem Tropenhaus unmittelbar angeschlossen sind das Wüstenhaus und die beiden Savannenhäuser. Im Wüstenhaus lassen sich die verblüffenden Strategien beobachten, die sich Pflanzen der Trockengebiete im Laufe der Evolution „einfallen“ ließen, um mit wenig Regen auszukommen. Dass Kakteen Wasser in ihren dicken, saftig-fleischigen Trieben speichern, weiß fast jeder. Die Tatsache aber, dass es Kakteen von Natur aus nur in Amerika und der Karibik gibt, ist den wenigsten Laien bekannt. Im afrikanischen Teil des Wüstenhauses finden Besucher außergewöhnliche bis skurrile Pflanzen wie die Wolfsmilchgewächse, die Kakteen täuschend ähnlich sehen, aber keine sind.

Die wohl ungewöhnlichste Pflanze der Welt

Im Wüstenhaus triff man auch auf die vermutlich ungewöhnlichste Pflanze der Welt, die wundersame Welwitschia mirabilis (Welwitschiaceae) aus der Namib-Wüste Namibias und Angolas. Sie gehört zu den Nacktsamern und produziert nach den Keimblättern nur zwei Laubblätter, die sie zeitlebens behält. Die Laubblätter verlängern sich stetig an der Basis und können mehrere Meter erreichen.


Welwitschia Mirabilis 445 Pl
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Welwitschia mirabilis am Wildstandort in Namibia
Welwitschia mirabilis am Wildstandort in Namibia


In den Savannenhäusern werden vornehmlich Hartlaubgewächse gezeigt, wie sie für die trockenen Regionen Australiens und Südafrikas typisch sind. Entsprechend findet man im Australien-Haus viele Akazien und Eukalyptusbäume während im Südafrika-Haus die bunte Paradiesvogelblume (Strelitzia reginae) und die Vertreter der als exotische Schnittblumen beliebten Silberbaumgewächse (Proteaceae) ins Auge fallen.

Strelitzia Reginae 05 Fl
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Paradiesvogelblume (Strelitzia reginae, Strelitziaceae)
Paradiesvogelblume (Strelitzia reginae, Strelitziaceae)


HÖHEPUNKTE IM FREILAND

Sukkulenten Im _freiland 2018-06-28 Whs3487
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Sukkulenten im Freiland
Sukkulenten im Freiland


Auch außerhalb der Gewächshäuser hat der Botanische Garten der Ruhr-Universität Bochum sehr viel Spannendes zu bieten. Alljährlich sind hier die bunten sommerlichen Schmuckpflanzungen eine sehr beliebte Attraktion. Der Hauptteil der Freilandanlage zeigt jedoch verschiedene Pflanzengesellschaften Europas, Asiens und Amerikas und wie sich diese im Laufe der Zeit verändert haben. Hierzu gehören nordamerikanische, asiatische und europäische Waldgesellschaften und auch natürliche waldfreie Standorte wie Küstendünen und Feuchtgesellschaften. Dabei ist einer der wohl beindruckendsten und schönsten Orte des Botanischen Gartens der Ruhr-Universität Bochum der sogenannte „Tertiärteich“.

Tertärteich Whs8541
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Der Tertiärteich ist einer der schönsten Orte im Botanischen Garten
Der Tertiärteich ist einer der schönsten Orte im Botanischen Garten


Während der Zeit des Tertiärs (ca. 70 – 2 Millionen Jahre) war das Klima in Mitteleuropa subtropisch warm. Bei Jahresdurchschnittstemperaturen von 22 °C (Bochum heute: 10.6 °C) wuchsen damals hier noch Sumpfzypressen, Mammutbäume, Magnolien und andere Pflanzen, die es heute noch in Nord-Amerika und Ost-Asien gibt. Mit seinen urtümlich anmutenden Sumpfzypressen die, umgeben von Wasser, ihre knorrigen Wurzelknie zur Atmung über die Wasseroberfläche schicken, gibt der Tertiärteich einen Eindruck von der Vegetation Mitteleuropas vor ca. 20 Millionen Jahren.

FORSCHUNG IM BOTANISCHEN GARTEN

Neben der Sumpfzypresse spielen auch viele andere Koniferen eine besondere Rolle im Botanischen Garten der Ruhr-Universität. Grund dafür ist, dass die Evolution der Koniferen eines der Hauptforschungsgebiete des Lehrstuhls für Evolution und Biodiversität der Pflanzen  ist. Dementsprechend besitzt der Botanische Garten eine der umfassendsten Koniferensammlungen Deutschlands, die intensiv für die wissenschaftlichen Studien des Lehrstuhls genutzt werden.

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Eine Besonderheit ist die Sammlung außergewöhnlicher Koniferen
Eine Besonderheit ist die Sammlung außergewöhnlicher Koniferen


DER CHINESISCHE GARTEN

Eine ganz besondere Attraktion des Botanischen Gartens der Ruhr-Universität Bochum ist der Chinesische Garten. Dieses wunderschöne kulturelle Kleinod ist weit über Bochum hinaus bekannt. Der Chinesiche Garten wurde 1990 als Partnerschaftsgeschenk der Tongji-Universität Shanghai an die Ruhr-Universität Bochum zu ihrem 25-jährigen Jubiläum auf einer Fläche von 1000 qm errichtet. Als klassischer Gelehrtengarten im Stil der schlichten, naturverbundenen südchinesischen Gartenbaukunst bietet der Chinesische Garten einen Ort der Ruhe und Meditation.

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Chinesischer Garten 2018-05-022018-05-02 Whs2136
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Sein Name "Qian Yuan", was so viel heißt wie "Qians Garten", ist eine Anspielung auf den berühmten Chinesischen Dichter Tao Qian (365-427 n. Chr.), dessen "Bericht vom Pfirsichblütenquell" jedermann in China von klein auf bekannt ist. Der Chinesische Garten im Botanischen Garten der Ruhr-Universität ist einer der authentischsten chinesischen Gärten außerhalb Asiens. Damit hat der Botanische Garten der Ruhr-Universität Bochum nicht viel für Erholungssuchende und Wissenschaftsbegeisterte, sondern auch für kulturell interessierte Besucher etwas ganz Besonderes zu bieten. Ein Besuch lohnt sich also immer!

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POSTANSCHRIFT

Ruhr-Universität Bochum
Botanischer Garten
Universitätsstraße 150
D-44801 Bochum

ADRESSE FÜRS NAVI

"Universitätsstraße 160" oder
GPS-Koordinaten 51.444761, 7.269031

KONTAKT

Fon: +49 (234)-32 -23098
E-Mail: bota@ruhr-uni-bochum.de

ÖFFNUNGSZEITEN

Sommerhalbjahr
01. April - 31. Oktober

Freiland: Mo-So 9:00 - 18:00 Uhr

Winterhalbjahr
01. November - 31. März

Freiland: Mo-So 9:00 - 16:00 Uhr

Schauhäuser wegen Corona bis auf Weiteres noch geschlossen.

Am 24. und 31. Dezember sowie bei Sturm oder Schnee- und Eisglätte geschlossen

  • Eintritt frei
  • Hunde im Freiland erlaubt, aber nur an der Leine
  • Keine Fahrräder, E-Scooter und Drohnen