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Botanischer Garten
Annette Höggemeier
 
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Botanischer Garten » Monatsporträts » September 2005
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Cochicum autumnale - Herbst-Zeitlose

sehr stark giftig !

 

Foto

 

Von August bis November erscheinen auf feuchten Wiesen, besonders in Süd-Deutschland, die Herbst-Zeitlosen. Ihre großen blass lila farbenen Trichterblüten sind mit einem Durchmesser von 5-8 cm die größten Blüten unserer Flora. Im Wesentlichen sieht man aber nur die 6 Kronblattzipfel, die zu einer bis 20 cm langen Röhre verwachsen sind. Diese Röhre bleibt etwa zur Hälfte in der Erde stecken. In ihrer Basis, also unterirdisch, befindet sich der Fruchtknoten.


Aus derselben Speicherknolle, die im Herbst die Blüte hervorbringt, entfalten sich im nächsten Frühjahr die Laubblätter über der Erde sowie die Fruchtkapsel. Wenn die Samen reif sind und das Laub zu welken beginnt, hat sich eine neue Speicherknolle entwickelt, die bis zur herbstlichen Blüte im Boden ruht. Diesen ungewöhnlichen Zyklus kann man als Anpassung an die Wachstumsbedingungen in wintertrockenen Steppengebieten verstehen.


Aus der Sicht der Grünlandwirtschaft ist die Herbstzeitlose ein Weideunkraut. Die ganze Pflanze, besonders Samen und Knolle, ist hochgiftig. Sie enthält in allen Teilen Colchicin, ein Alkaloid, das für Warmblütler sehr gefährlich ist. Für einen erwachsenen Menschen gelten 5 g Samen als tödlich. In homöopathischen Dosierungen wird Colchicin bei Gicht und Herzleiden eingesetzt sowie in der Therapie von Hauterkrankungen.


In der modernen Pflanzenzüchtung werden mit dem Zellgift Colchicin, das die Zellteilung hemmt, Pflanzensorten mit vermehrtem Chromosomensatz (Polyploidie) erzielt. Diese besitzen größere Vitalität, entwickeln größere Blätter, Blüten und Früchte und entsprechen so den Züchtungszielen des Zier- und Nutzpflanzenbaus.


Herbstaspekt:
Blüte mit 6 Staubblättern (Pfeile)
im Ggs. zu ähnlich aussehenden
Crocus-Arten mit 3 Staubblättern

Frühlingsaspekt
Blätter und Fruchtkapsel
   

 

Wuchsort im Botanischen Garten: Colchicum autumnale (Europa): J 4, Colchicum bornmülleri (Iran, Syrien): E 5, 6

 

 
 
 
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Letzte Änderung: 01.09.2005 | Ansprechpartnerin: Annette Höggemeier