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Botanischer Garten
Annette Höggemeier
 
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Botanischer Garten » Monatsporträts » Oktober 2003
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Broussonetia papyrifera (L.) Vent. - Papiermaulbeerbaum

 

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Auf den ersten Blick mag es verwundern, dass von zwei benachbarten Papiermaulbeerbäumen einer voll mit Früchten besetzt ist und der andere nicht eine einzige trägt. Es handelt sich um dabei um eine zweihäusige Art, bei der die Blüten nach Geschlechtern getrennt auf zwei Pflanzen vorkommen, nur weibliche auf der einen, nur männliche auf der anderen. April / Mai erscheinen die unscheinbaren Blüten: die männlichen in nickenden Kätzchen, die weiblichen in kugeligen Blütenständen.
Eine solche Geschlechterverteilung, wie sie u. a. auch bei den Weiden (Salix) vorkommt, nennt man Zweihäusigkeit (Diözie). Sie ist eine Einrichtung zur Verhinderung von Selbstbefruchtung, die bei Zwitterblüten vorkommen kann.

Broussonetia papyrifera, eine von 7 Arten, ist ursprünglich in China und Japan beheimatet. Der Baum gedeiht auf unterschiedlichen Böden, vermehrt sich leicht und ist heute in S-Europa und Teilen der USA eingebürgert.

Es ist der erste Baum, dessen Fasern für die Papierherstellung genutzt wurden. Bereits im 1. Jahrhundert n. Chr. stellte man in China aus der Rinde einen Faserbrei her, der - mit Kleister vermengt, getrocknet und geglättet - Papier ergab, das zum Beschreiben sowie für Laternen verwendet wurde. Heute werden in erster Linie Nadelhölzer, insbesondere Fichten, für die Papier-herstellung verwendet.

Broussonetia gehört zur Familie der Maulbeergewächse (Moracae), wie der Namen gebende Maulbeerbaum (Morus) und die Feige (Ficus). Diese beiden Gattungen sind einhäusig (monözisch). Auch hier sind die Blüten eingeschlechtlich, kommen aber, räumlich getrennt, auf ein und derselben Pflanze vor.

Wuchsort im BG Bochum: Broussonetia papyrifera I5, Ficus carica (Ess-Feige) H 5

 

 
 
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Letzte Änderung: 01.10.2003 | Ansprechpartnerin: Annette Höggemeier