Auf den ersten Blick mag es verwundern,
dass von zwei benachbarten Papiermaulbeerbäumen einer
voll mit Früchten besetzt ist und der andere nicht
eine einzige trägt. Es handelt sich um dabei um eine
zweihäusige Art, bei der die Blüten nach Geschlechtern
getrennt auf zwei Pflanzen vorkommen, nur weibliche auf
der einen, nur männliche auf der anderen. April /
Mai erscheinen die unscheinbaren Blüten: die männlichen
in nickenden Kätzchen, die weiblichen in kugeligen
Blütenständen.
Eine solche Geschlechterverteilung, wie sie u. a. auch
bei den Weiden (Salix) vorkommt, nennt man Zweihäusigkeit
(Diözie). Sie ist eine Einrichtung zur Verhinderung
von Selbstbefruchtung, die bei Zwitterblüten vorkommen
kann. |
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Broussonetia papyrifera, eine von 7 Arten, ist
ursprünglich in China und Japan beheimatet. Der
Baum gedeiht auf unterschiedlichen Böden, vermehrt
sich leicht und ist heute in S-Europa und Teilen der
USA eingebürgert.
Es ist der erste Baum, dessen Fasern für die Papierherstellung
genutzt wurden. Bereits im 1. Jahrhundert n. Chr. stellte
man in China aus der Rinde einen Faserbrei her, der
- mit Kleister vermengt, getrocknet und geglättet
- Papier ergab, das zum Beschreiben sowie für Laternen
verwendet wurde. Heute werden in erster Linie Nadelhölzer,
insbesondere Fichten, für die Papier-herstellung
verwendet.
Broussonetia gehört zur Familie der Maulbeergewächse
(Moracae), wie der Namen gebende Maulbeerbaum (Morus)
und die Feige (Ficus). Diese beiden Gattungen sind einhäusig
(monözisch). Auch hier sind die Blüten eingeschlechtlich,
kommen aber, räumlich getrennt, auf ein und derselben
Pflanze vor.
Wuchsort im BG Bochum: Broussonetia papyrifera I5,
Ficus
carica (Ess-Feige) H 5
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