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Botanischer Garten
Annette Höggemeier
 
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Botanischer Garten » Monatsporträts » November 2004
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Larix decidua Mill. - Europäische Lärche

 

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Viele unserer einheimischen sowie angepflanzten Laubgehölze zeigen vor Wintereinbruch ihr farbenprächtiges Herbstlaub. So auch die Lärchen, deren weiche Nadeln sich goldgelb färben, bevor sie abfallen und den Baum so vor Wasserverlusten im Winter schützen. Winterkahle Nadelhölzer sind allerdings die Ausnahme und kommen nur in den Gattungen Larix (9 Arten), Pseudolarix (1), Taxodium (2), Metasequoia (1), und Glyptostrobus (1) vor. In unserer Flora ist die Europäische Lärche der einzige winterkahle Nadelbaum. Dies kommt auch im botanischen Namen zum Ausdruck (lat. deciduus = abwerfend).

Die natürlichen Vorkommen der Europäischen Lärche findet man in den Alpen sowie in den Gebirgen Ost-Europas bis Sibirien. Sie gedeiht im kontinental getönten Klima der Hochgebirge mit kurzer, aber strahlungsintensiver Vegetationszeit überall dort, wo - unabhängig von der Gesteinsunterlage - ständig ausreichend Bodenfeuchtigkeit und volles Licht zur Verfügung steht. Auf Rohböden wie Moränenschutt und Geröllfeldern ist die Lärche der erste Pionierbaum, dessen Sämlinge sich bei ausreichender Wasserversorgung etablieren.

 

Im Sommer erkennt man anhand der Benadlung verschiedene Sprosstypen:
Langtriebe mit einzeln stehenden Nadeln und Kurztriebe mit büschelig stehenden Nadeln (da diese im Gegensatz zu den Langtrieben sehr kurze Internodien haben). An den Kurztrieben entstehen die männlichen und weiblichen Blütenzapfen..

 

Im Alter von ca. 20 Jahren sind Lärchen blühfähig. Männliche und weibliche Blütenzapfen entstehen getrennt voneinander an den Kurztrieben (monözisch). Die Samen, von holzigen Samenschuppen des Zapfens geschützt, fallen im Frühjahr des Folgejahres aus, werden vom Wind transportiert und keimen nach kurzer Samenruhe.

Im Bereich der alpinen Baumgrenze zeigen die Lärchen oft malerische Krüppelformen. In Kultur, unter optimalen Wachstumsbedingungen, entwickeln sie sich zu stattlichen Bäumen, die ca. 50 m hoch werden und ein Alter von 300-400 Jahren und mehr erreichen. Lärchenholz ist gut zu bearbeiten, sehr fest und dauerhaft. Es wird als Bauholz, auch unter Wasser, sehr geschätzt. Daher zählt die Lärche zu den wirtschaftlich wichtigen Holzarten, die auch forstlich angepflanzt werden. Außer L. decidua wird die gegen Lärchenkrebs resistente Japanische Lärche, L. kaempferi sowie die Kreuzung aus beiden, L. x eurolepis forstlich angebaut. Als ausgesprochene Lichtbaumart führt Beschattung, selbst von der Seite, zu Wachstumsverzögerungen.


 

Wuchsort im Botanischen Garten:
Alpinum: Larix decidua, Europäische Lärche - Larix laricina, Amerikanische Lärche - Larix kaempferi, Japanische Lärche

 
 
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Letzte Änderung: 02.11.2004 | Ansprechpartnerin: Annette Höggemeier