Ruhr-Universität Bochum zum Inhalt Startseite der RUB pix
Startseite Uni Überblick Uni A-Z Uni Suche Uni Kontakt Uni  

pix
 
 
Botanischer Garten
Annette Höggemeier
 
Homepage der Fakultät, LS Spezielle Botanik, AG Geobotanik, Botanischer Garten, Monatsporträts     
pix
Botanischer Garten » Monatsporträts » November 2003
Januar Februar März April Mai Juni Juli August September Oktober November Dezember

 

 

Mandragora autumnalis Bertol. - Alraune

 

Foto

Die Alraune gehört zu den berühmtesten Zauberpflanzen. Als Talisman oder als Droge eingenommen ist ihre vielseitige Wirkung als Aphrodisiakum, und Glücksbringer, aber auch als Garant für Unverwundbarkeit und bei der Schatzsuche bis heute unvergessen.

Die Ernte der begehrten Wurzeln gilt allerdings als lebensgefährlich: die gellenden Schreie der Pflanze beim Ausreißen aus dem Boden haben den Tod zur Folge! Weswegen man zur Schonung des eigenen Lebens lieber einen Hund an der Pflanze festband, der - seinem Herrn nachlaufend - die Wurzel aus der Erde riss und so zum letzten Mal seine Treue erwies! Diese Geschichte zeigt die Sondermarke der Oesterreichischen Post zum 7. Europäischen Kongress für Anaesthesiologie Wien 1986. Selbst Harry Potter trägt beim Umpflanzen im Kräuterunterricht Ohrenschützer, um nicht umgebracht oder wenigstens taub zu werden!
Sicher ist die Alraune ein gutes Beispiel für die mittelalterliche Signaturenlehre: danach sind alle Pflanzen (und Tiere) zum Wohle des Menschen erschaffen. Das Anwendungsgebiet lässt sich an bestimmten Merkmalen (Signaturen) erkennen. Die Form der Alraun-Wurzel, fleischig und häufig zweiteilig, erinnert mit viel Wohlwollen oder Phantasie an eine menschliche Gestalt - also bringt sie dem Menschen Freude und Glück.

Die Gattung Mandragora umfasst 6 Arten, von denen M. autumnalis (Mittelmeergebiet) und M. officinarum (N-Italien bis Kroatien) in Europa vorkommen. Tatsache ist, dass Mandragora mehr Alkaloide enthält als die meisten anderen Nachtschattengewächse. Alkaloide sind meist in Pflanzen vorkommende Stoffe mit spezifischer Wirkung auf das Nervensystem. Je nach Dosierung sind sie heilbringend oder tödlich. Die Droge, hauptsächlich von M. officinarum gewonnen, wurde verwandt zur Betäubung und Beruhigung, bei starken Schmerz- und Erregungszuständen und findet in der Homöopathie heute noch Verwendung.

Wuchsort im BG: Mittelmeerhaus L 3
(Mandragora officinarum: INHALTSSTOFFE / H 6 - nur im Sommer zu sehen)

 
 
Zum Seitenanfang  Seitenanfang | Diese Seite drucken
Letzte Änderung: 07.11.2005 | Ansprechpartnerin: Annette Höggemeier