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Botanischer Garten
Annette Höggemeier
 
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Botanischer Garten » Monatsporträts » November 2001
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Spindelstrauch, Pfaffenhütchen - Euonymus europaeus

Foto
giftig

 

Die Volksnamen dieses Strauches oder kleinen Baumes gehen auf Verwendung bzw. Aussehen zurück. Früher drechselte man aus dem zähen, festen Holz Garnspindeln, daher 'Spindelstrauch'. Die Form der Früchte erinnert an eine Kopfbedeckung katholischer Geistlicher: 'Pfaffenhütchen'.

 

Im September/Oktober reifen die auffallenden Früchte. Es sind rot gefärbte, abgerundet vierkantige Kapseln, die aus 4 Fächern bestehen. Diese Fächer springen auf und lassen die Samen erkennen, die eine Zeit lang mit einem Nabelstrang zwischen Samenanlage und Fruchtblatt (Funiculus) befestigt bleiben. Die weißlichen Samen sind von einem orangefarbenem, fleischigen Samenmantel (Arillus) eingehüllt. Die leuchtenden Farben und die gut sichtbaren Samen locken Vögel an, die für die Verbreitung sorgen.
Alle Pflanzenteile sind giftig; 30 bis 40 Samen sollen für einen Menschen tödlich sein

     

Die Blüten, die Mai/Juni mit dem Laub erscheinen, sind klein und unscheinbar. An einem ringförmigen Wulst des Blütenbodens (Diskus) wird Nektar abgeschieden, der Insekten anlockt.

Euonymus europaeus ist in Europa heimisch und weit verbreitet. Er kommt vor in Laubmischwäldern und an Waldrändern, auf trocken-steinigen sowie feuchten, aber meist kalkreichen Böden, häufig auch in Hecken und im Strassengrün angepflanzt.

Der zierenden Früchte und Herbstfärbung wegen wird ein Verwandter aus derselben Familie (Celastraceae), kultiviert: der Chinesische Baumwürger, Celastrus orbiculatus (hier zu sehen am Treppengeländer hinter dem benachbarten Wasserbecken). Bei dieser Art heben sich die hellroten Samen sehr attraktiv von den gelben Fruchtkaspeln ab.
 
 
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Letzte Änderung: 23.01.2003 | Ansprechpartner: Annette Höggemeier