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Paris quadrifolium
L. - Vierblättrige Einbeere
Foto

Die Einbeere ist beheimatet in feuchten, nährstoffreichen
Laubwäldern Europas und Asiens und kommt bei uns häufig
zusammen anderen Frühblüher wie Buschwindröschen,
Lungenkraut und Salomonssiegel vor. Sie gehört zu den
Einkeimblättrigen Pflanzen, von denen sie sich durch
die Besonderheit ihrer netznervigen Blätter (statt Parallelnerven
wie bei Monokotyledonen typisch) und die Vierzahl der Blütenorgane
(statt Dreizahl) abhebt.
Die unscheinbaren, grünlichen Blüten werden zu
den Fliegentäuschblumen gezählt: der große,
blauschwarze Fruchtknoten täuscht mit seiner glänzenden
Oberfläche Nektarabsonderung vor. Insekten, die die jungen,
vorweiblichen (protogynen) Blüten besuchen, unterliegen
komplett der Täuschung. Erst spätere Besucher, die
anfliegen, wenn die Staubblätter reif sind, können
wenigstens Pollen als Nahrung finden. Die Früchte sind
kirschgroße blauschwarze Beeren. Diese könnten
verhängnisvoll mit Heidelbeeren verwechselt werden.
In der Volksmedizin galt die Einbeere als Heilpflanze: schwach
dosierte Essenzen aus der ganzen Pflanze, besonders aus den
reifen Früchten, wurden bei Kopf- und Nervenschmerzen
verabreicht. Das frische Laub wurde äußerlich zur
Behandlung von Wunden und Geschwüren angewendet. Höhere
Dosierungen führen zu Vergiftungen. Bekannt geworden
sind Übelkeit und Erbrechen, schmerzhafte Darm- und Blasenentleerungen
sowie Lähmungen bei Hunden.
Wuchsort im Botanischen Garten F10 (Geobotanik: Kalkbuchenwald)
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