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Botanischer Garten
Annette Höggemeier
 
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Botanischer Garten » Monatsporträts » Mai 2004
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Paris quadrifolium L. - Vierblättrige Einbeere

 

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Die Einbeere ist beheimatet in feuchten, nährstoffreichen Laubwäldern Europas und Asiens und kommt bei uns häufig zusammen anderen Frühblüher wie Buschwindröschen, Lungenkraut und Salomonssiegel vor. Sie gehört zu den Einkeimblättrigen Pflanzen, von denen sie sich durch die Besonderheit ihrer netznervigen Blätter (statt Parallelnerven wie bei Monokotyledonen typisch) und die Vierzahl der Blütenorgane (statt Dreizahl) abhebt.

Die unscheinbaren, grünlichen Blüten werden zu den Fliegentäuschblumen gezählt: der große, blauschwarze Fruchtknoten täuscht mit seiner glänzenden Oberfläche Nektarabsonderung vor. Insekten, die die jungen, vorweiblichen (protogynen) Blüten besuchen, unterliegen komplett der Täuschung. Erst spätere Besucher, die anfliegen, wenn die Staubblätter reif sind, können wenigstens Pollen als Nahrung finden. Die Früchte sind kirschgroße blauschwarze Beeren. Diese könnten verhängnisvoll mit Heidelbeeren verwechselt werden.

In der Volksmedizin galt die Einbeere als Heilpflanze: schwach dosierte Essenzen aus der ganzen Pflanze, besonders aus den reifen Früchten, wurden bei Kopf- und Nervenschmerzen verabreicht. Das frische Laub wurde äußerlich zur Behandlung von Wunden und Geschwüren angewendet. Höhere Dosierungen führen zu Vergiftungen. Bekannt geworden sind Übelkeit und Erbrechen, schmerzhafte Darm- und Blasenentleerungen sowie Lähmungen bei Hunden.

Wuchsort im Botanischen Garten F10 (Geobotanik: Kalkbuchenwald)

 
 
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Letzte Änderung: 30.04.2004 | Ansprechpartner: Annette Höggemeier