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Botanischer Garten
Annette Höggemeier
 
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Botanischer Garten » Monatsporträts » März 2006
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Deherainia smaragdina Decne. (Theophrastaceae)

 

Foto


Deherainia smaragdina, benannt nach einem französischen Naturforscher des 19. Jh.s, ist ein reichverzweigter immergrüner Strauch, der in Mexiko beheimatet ist. Er gehört zur rein neotropischen Familie der Theophrastaceae, die 5 Gattungen umfasst. Die Art besitzt keinen besonderen Nutz- oder Zierwert, zeigt aber einige blütenbiologische Besonderheiten.

 

Die Blüten befinden sich einzeln oder zu mehreren im Bereich der Triebspitzen und sind mit 3 bis 4 cm Durchmesser recht groß - und trotzdem werden sie fast immer übersehen. Denn ihre Kronblätter, radförmig ausgebreitet, dick und wachsartig, sind grün, so dass sie im dichten Laubwerk optisch nicht in Erscheinung treten. Wohl aber ‘olfaktorisch’: nähert man sich der blühenden Pflanze, steigt einem ein aasartiger Geruch in die Nase, dessen Quelle die Blüten sind. Aasfliegen folgen der vermeintlichen Futterquelle und vollziehen durch Umherlaufen in den Blüten die Bestäubung, die auf reinem Betrug basiert, da weder Nektar noch Futterpollen angeboten wird.


Die Blüten sind zwar zwitterig, durch zeitlich verschiedenes Reifen der Fortpflan-zungsorgane aber funktionell eingeschlechtlich. Zuerst reifen die Staubblätter. Die Staubbeutel liegen eng aneinander und lassen den reifen Pollen erkennen. Während dessen bleibt die Narbe unterhalb der Staubbeutel zwischen den Staubfäden unzugänglich verborgen. Erst wenn die Narbe empfangsbereit ist, spreizen die Staubblätter nach außen und geben das Fruchtblatt frei.

Die zeitlich getrennte männliche und weibliche Phase einer Blüte (Dichogamie) erschwert die Selbstbestäubung und fördert die Fremdbestäubung. In diesem Fall von Dichogamie spricht man von Vormännigkeit, Protandrie (i.Ggs. zu Vorweiblichkeit, Protogynie). Dichogamie ist vorteilhaft, wenn die Entwicklung aller Blüten einer Pflanze zeitlich synchron verläuft, so dass zur Bestäubung nur Pollen anderer Pflanzen in Frage kommen kann.

dichogame Blüten: protandrisch
A: männliche Phase, B: weibliche Phase
Detail re (männl. Phase):
Staubbeutel oberhalb der Narbe des flaschenförmigen Fruchtblattes zusammenneigend, Narbe verborgen

 

 

 
 
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Letzte Änderung: 01.03.2006 | Ansprechpartnerin: Annette Höggemeier