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Botanischer Garten
Annette Höggemeier
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| Botanischer Garten » Monatsporträts
» Juni 2004 |
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Iris pseudacorus
L. - Wasser- oder Sumpf-Schwertlilie
Foto
Die auffallenden gelben Sumpf-Schwertlilien sind auf
nährstoffreichen, feucht-nassen Böden, häufig
an Ufern von Gräben und Teichen in weiten Teilen
Europas verbreitet und tragen zur Verlandung der Gewässer
bei. Die Stauden besitzen ein dickes, waagerecht im Schlamm
kriechendes Rhizom, am dem sich schwertförmige, blaugrüne
Blätter entwickeln. Diese stehen in 2 Zeilen (distich)
und sind unifacial, d.h. sie bestehen nur aus der Unterseite
der jungen Blattanlagen und besitzen also auf beiden Seiten
Spaltöffnungen.
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Rhizom
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Die Gattung Iris umfasst ca. 300 Arten, die alle auf
der Nordhalbkugel beheimatet sind. Die blau blühende
Deutsche Schwertlilie, Iris germanica, ist vermutlich
ein Bastard unbekannter Eltern. Ihre Heimat wird im
Mittelmeerraum vermutet. Sie ist eine sehr robuste,
alte Zierpflanze mit einer Vielzahl von Farbvarianten.
Fast in allen Ländern gibt es Iris-Liebhabergesellschaften,
die sich mit der Züchtung neuer Sorten befassen,
deren Zahl heute schon in die Tausende geht.
So unterschiedlich die Blüten erscheinen, allen
liegt derselbe ungewöhnliche Bauplan wie bei Iris
pseudacorus zu Grunde. Daran erkennt man, dass der Eindruck
von 3 Blüten statt einer Einzelblüte eine
Täuschung ist.
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Iris pseudacorus, Blütenbau
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Die Blütenhülle besteht aus 3 äußeren
Perigon-blättern, die meist breit abstehend oder
hängend angeordnet sind (Hängeblätter),
und 3 mit ihnen verwachsenen inneren Perigonblättern,
die klein und schmal sind und aufrecht stehen (Domblätter).
In der Blütenmitte erkennt man 3 kronblattartig
breite Griffeläste, die über den äußeren
Perigonblättern liegen, mit der schup-penförmigen
Narbe auf der Unterseite. So entstehen 3 einzelne Rachenblumen,
Meranthien genannt, in die Bienen ober Hummeln einkriechen,
um an den an der Basis abgesonderten Nektar zu gelangen.
Nur nach Fremdbestäubung entwickeln sich Samen.
Sie liegen dicht gepackt in Kapselfrüchten, die
sich bei Reife öffnen. Die Samen sind schwimmfähig
und werden vom Wasser ausgebreitet.
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