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Botanischer Garten
Annette Höggemeier
 
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Botanischer Garten » Monatsporträts » Februar 2002
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Aloe vera L. - Echte Aloe

 

 

 

Seit dem Altertum ist die Echte Aloe als Heilpflanze bekannt: bereits vor 3500 Jahren verwandten die Ägypter den Blattsaft für Heil- und Pflegebehandlungen der Haut. Im Neuen Testament ist zu lesen, dass der Leichnam Jesu mit einer Mischung aus Myrrhe und Aloe einbalsamiert wurde. Im 1. Jh. nach Chr. empfiehlt der griechische Militärarzt Dioskurides Aloe als universales Mittel für verschiedenste innere und äußere Anwendungen. Gut 1000 Jahre später, im frühen Mittelalter, beschreibt die Benediktiner-Nonne Hildegard von Bingen Aloe als Heilmittel bei Gelbsucht, Magenerkrankungen und Migräne, gegen Zahnfäule und bei eitrigen Geschwüren.

Bis heute ist Aloe ein Bestandteil pharmakologischer und kosmetischer Zubereitungen. Sie wird innerlich angewendet zur Regeneration der Darmschleimhaut und als abführendes Mittel, äußerlich zur Förderung der Wundheilung (Verbrennungen!) und zur vorbeugenden Hautpflege.
Die als Aloe bezeichnete Droge wird aus dem eingedickten Blattsaft gewonnen.
Die Gattung Aloe umfasst etwa 200 Arten, beheimatet in Afrika (bes. S-Afrika), Madagaskar und Arabien. Aloe vera (syn. A. barbadensis) bildet eine grundständige Rosette aus graugrünen, fleischigen, randlich bestachelten Blättern, sie gehört zum Wuchstyp der stammlosen Blattsukkulenten. Die Blüten stehen in ca. 1m hohen verzweigten Blütenständen. Die Einzelblüten sind leuchtend gelb gefärbt und werden vorwiegend von Honigvögeln bestäubt. Es sind immer nur wenige Einzelblüten an einer Pflanze zur selben Zeit geöffnet, was die Nektarsammler zwingt, mehrere Pflanzen anzufliegen. Dadurch wird die Fremdbestäubung gefördert. Die Früchte sind aufspringende Spaltkapseln.
Aloe bildet zahlreiche Adventivsprosse, mit denen sich die Pflanze vegetativ vermehrt.

 

 
 
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Letzte Änderung: 01.04.2003 | Ansprechpartner: Annette Höggemeier