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Botanischer Garten
Annette Höggemeier
 
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Botanischer Garten » Monatsporträts » August 2002
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Breitblättrige Stendelwurz - Epipactis helleborine (L.) Krantz

 

 

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Die Breitblättrige Stendel- oder Sumpfwurz gehört zur insgesamt geschützten Familie der Orchideen. Diese eine Art kommt so häufig vor, dass sie nicht gefährdet, sondern sogar in Ausbreitung begriffen ist. Man findet sie in ihrem großen Verbreitungsbebiet (siehe Karte) nicht nur in Wäldern und Gebüschen, sondern auch auf Sekundärstandorten wie Weg- und Straßenrändern, Parkplätzen und Friedhöfen, auch im Bochumer Stadtgebiet sowie auf dem Gelände der RUB. Gründe dafür können sein ihre Anspruchslosigkeit gegenüber Kalkgehalt des Bodens und Lichtverhältnissen sowie die Tatsache, dass sie mehr als andere Orchideen Stickstoff verträgt.

Aus einem unterirdischen Wurzelstock treiben die Pflanzen erst im Mai aus und blühen von Juni bis Ende August. Die Einzelblüten sind weißrosa bis grünlich gefärbt und lassen den typischen Aufbau der Orchideenblüte erkennen: drei äußere Kronblätter umgeben drei innere, wobei eines zu einer so genannten Lippe umgeformt ist, die (wie bei den meisten Orchideen) nach unten zeigt.

Bei der Stendelwurz erkennt man im hinteren Abschnitt der Lippe eine dunkle Wölbung, die von angesammeltem Nektar glänzt. Dadurch werden Insekten (Hummeln, Schwebfliegen, Wespen) angelockt, die bei der Nahrungsaufnahme die oben hängenden Pollenpakete angeheftet bekommen und sie beim Besuch der nächsten Blüte gegen die klebrige Narbenscheibe drücken.

Wenn keine Insektenbestäubung stattgefunden hat, ist auch eine Selbstbestäu-bung der Blüten möglich. Aus den unterständigen Fruchtknoten entwickeln sich trockene, hängende Kaspelfrüchte, die sich im August/September mit Längsspalten öffnen. Die winzigen Samen fallen aus und werden vom Wind bis 10 km weit im Umkreis verteilt.

Epipactis helleborine - etikettiert - im Botanischen Garten:
Revier BACHLAUF / Waldsaum - K 4 - (und weitere Böschungen und Anlagen)

 
 
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Letzte Änderung: 03.12.2002 | Ansprechpartner: Annette Höggemeier