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Prunus
spinosa L.
- Schlehe, Schwarzdorn
Foto
| Nach dem Aufblühen der gelben Kornelkirschen (Cornus
mas) im zeitigen Frühjahr prägen die ebenfalls
vor dem Laubaustrieb auffallend reichblühenden Schlehen
vielerorts Waldränder und Hecken. Häufig werden
sie auch im Straßenbegleitgrün angepflanzt,
da die Licht liebenden und Trockenheit vertragenden Sträucher
keine sehr spezifischen Bodenansprüche haben und
darüber hinaus sehr gut geeignet sind zur Befestigung
frischer Böschungen. Aus dem Wurzelwerk entwickeln
sich reichlich neue Sprosse (Wurzelbrut),
so dass sich ausgedehnte Dickichte bilden. |
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Schlehen sind bis 3 m hohe dornige Sträucher,
die in fast ganz Europa (besonders im südlichen
M-Europa) bis W-Asien beheimatet sind. Im Sprossaufbau
erkennt man dornenlose Langtriebe sowie im Längenwachstum
gehemmte Kurztriebe mit verholzten Spitzen. Diese
werden als Sprossdornen bezeichnet und als Trockenheitsanpassung
betrachtet.
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| Schlehen sind vielfältige Nutzpflanzen. Seit der
Römerzeit wurden sie kultiviert, da die Früchte
als Wildobst geschätzt waren. Die schwarzen, blau
bereiften Steinfrüchte (wie Kirsche und Pflaume)
sind essbar, aber erst gekocht oder nach Frost wohlschmeckend.
Sie werden bis heute zu Säften, Marmeladen und Likören
verarbeitet. Aus den Blüten- und Laubblättern
wurden Blutreinigungs-, Abführ- und Magentees hergestellt.
Die Dornen dienten in der Hausschlachtung als Wurstdarmverschluss. |
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Besondere Bedeutung bekamen die Sträucher in der holzsparenden
Salzgewinnung. Die hohen hölzernen Gerüste der Gradierwerke
wurden bevorzugt mit überall verfügbarem und gut
nachwachsendem Dornengebüsch, Schlehe und Weißdorn,
behängt, das leicht erneuert werden konnte. Darüber
rieselte die Sole in die Sudpfannen und verdunstete dabei
einen Großteil des Wassers. Zur Herstellung des trockenen
Salzes wurde letztendlich wesentlich weniger Brennholz benötigt.
Heutige Gradierwerke haben nur noch Bedeutung für den
Kurbetrieb einiger Badeorte.
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