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Botanischer Garten
Annette Höggemeier
 
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Botanischer Garten » Monatsporträts » April 2005
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Prunus spinosa L. - Schlehe, Schwarzdorn

 

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Nach dem Aufblühen der gelben Kornelkirschen (Cornus mas) im zeitigen Frühjahr prägen die ebenfalls vor dem Laubaustrieb auffallend reichblühenden Schlehen vielerorts Waldränder und Hecken. Häufig werden sie auch im Straßenbegleitgrün angepflanzt, da die Licht liebenden und Trockenheit vertragenden Sträucher keine sehr spezifischen Bodenansprüche haben und darüber hinaus sehr gut geeignet sind zur Befestigung frischer Böschungen. Aus dem Wurzelwerk entwickeln sich reichlich neue Sprosse (”Wurzelbrut”), so dass sich ausgedehnte Dickichte bilden.

Schlehen sind bis 3 m hohe dornige Sträucher, die in fast ganz Europa (besonders im südlichen M-Europa) bis W-Asien beheimatet sind. Im Sprossaufbau erkennt man dornenlose Langtriebe sowie im Längenwachstum gehemmte Kurztriebe mit verholzten Spitzen. Diese werden als Sprossdornen bezeichnet und als Trockenheitsanpassung betrachtet.

Schlehen sind vielfältige Nutzpflanzen. Seit der Römerzeit wurden sie kultiviert, da die Früchte als Wildobst geschätzt waren. Die schwarzen, blau bereiften Steinfrüchte (wie Kirsche und Pflaume) sind essbar, aber erst gekocht oder nach Frost wohlschmeckend. Sie werden bis heute zu Säften, Marmeladen und Likören verarbeitet. Aus den Blüten- und Laubblättern wurden Blutreinigungs-, Abführ- und Magentees hergestellt. Die Dornen dienten in der Hausschlachtung als Wurstdarmverschluss.

Besondere Bedeutung bekamen die Sträucher in der holzsparenden Salzgewinnung. Die hohen hölzernen Gerüste der Gradierwerke wurden bevorzugt mit überall verfügbarem und gut nachwachsendem Dornengebüsch, Schlehe und Weißdorn, behängt, das leicht erneuert werden konnte. Darüber rieselte die Sole in die Sudpfannen und verdunstete dabei einen Großteil des Wassers. Zur Herstellung des trockenen Salzes wurde letztendlich wesentlich weniger Brennholz benötigt. Heutige Gradierwerke haben nur noch Bedeutung für den Kurbetrieb einiger Badeorte.

 

 
 
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Letzte Änderung: 01.04.2005 | Ansprechpartner: Annette Höggemeier