BAUM DES JAHRES 2000

Sand-, Weiß- , Hänge- oder Warzen-Birke
Betula pendula ROTH (Betulaceae - Birkengewächse)

© Annette Höggemeier, Botanischer Garten Bochum

 
Sie gehört nicht zu den gefährdeten Arten, sondern  ist in ihrem großen Verbreitungsgebiet (Europa bis Sibirien, Kleinasien und Kaukasus) häufig. Sie ist ein Baum der Tieflagen sowie des Gebirges, hauptsächlich in lichten Laub- und Nadelwäldern, an Waldrändern, in Mooren und Heiden wachsend. 
Sie ist eine der ersten Arten, die vegetationsfreie Flächen, Kahlschläge, Brachen und Ödland, besiedelt. Sogar auf Dächern und in Mauerritzen sieht man sie – wenn ihre geflügelten Früchte dorthin verweht werden.

Die Sandbirke ist eine charakteristische 
Pionierbaumart: 

  • anspruchslos gegenüber Klima und Boden (Nährstoff- und Wasserversorgung) 
  • schnelles Wachstum
  • blüht schon im Alter von wenigen Jahren
  • reichliche Samenproduktion
  • weit fliegende Früchte
Birken sind in der Vegetationsgeschichte Europas schon lange gegenwärtig. Zwergformen wuchsen in den Tundren des Eiszeitalters, baumförmige gehörten zu den ersten Arten, die die später eisfreien Flächen besiedelten und die Wiederbewaldung einleiteten. Auch mit der Kulturgeschichte, Mythologie und Brauchtum sowie praktische Nutzung, sind Birken eng verknüpft. Borke und Rinde waren vielseitige Werkstoffe (vom Bootsbau bis zur Schuhmacherei), mit Rindengerbstoffen konnte man Leder herstellen, das Holz dient noch heute als Konstruktions- und Brennholz, der Blutungssaft aus verwundeten Wasserleitungsbahnen fördert als „Birkenwasser“ Gesundheit und Schönheit.

 
Mit der Birke wurde ein häufiger, forstwirtschaftlich allerdings gering geschätzter europäischer Baum als Baum der Jahres 2000 ausgezeichnet – nicht zuletzt auch wegen seiner Schönheit. Nicht nur das Seltene ist beachtenswert.