Pseudolarix
amabilis (J. Nelson) Rehder - Goldlärche
Name und Morphologie
Die Goldlärche gehört zu den wenigen Nadelbäumen,
die im Winter ihr Laub abwerfen. Sie macht eine auffällig
goldgelbene Herbstfärbung durch, woher sie Ihren deutschen
Namen bekam. Der lateinische Name weist auf die früher
vermutete Verwandtschaft zur Lärche (Larix) hin.
Das Artepitheton "amabilis" bedeutet "lieblich".
An den Langtrieben stehen die Blätter zerstreut, darüber
hinaus bilden sie aber auch Kurztriebe aus, an denen die Blätter
wie bei den echten Lärchen büschelig stehen. Die
Blätter sind aber auffällig breiter (2-3 mm), flach
und bis 7 cm lang. Die Goldlärche ist wie alle Kieferngewächse
einhäusig. Die männlichen Blüten stehen büschelig
zu 15-20 an blattlosen Kurztrieben. Die Zapfen reifen im 1.
Jahr nach der Bestäubung heran und zerfallen im Unterschied
zu denen der echten Lärche bei der Reife in die einzelnen
Schuppen. Die Samen haben einen 2 bis 2,5 cm langen und bis
1 cm breiten Flügel.
Vorkommen
Die Goldlärche gehört zu den nordhemisphärischen
Relikten. Sie tritt heute nur noch in Südost-China in
den Povinzen Chekiang und Kiangsi auf, wo sie in montanen
Mischwäldern aus Koniferen und Angiospermen zwischen
500-1500 m ü. NN auftritt. Auch in ihrer Heimat ist die
bis 40 m hoch werdende Goldlärche selten, ist besonders
durch Rohdung gefährdet und wird auf der Liste der bedrohten
Koniferen (Farjon et. al. 1993) in der höchsten Gefährdungskategorie
(1 = endangered, bedroht) geführt. Von der Kreide bis
zum Tertiär war die Gattung mit mehreren Arten noch weit
verbreitet in Eurasien und Nord-Amerika.
Kultur
Die Goldlärche gelangte 1854 durch den schottischen Botaniker
und Forschungsreisenden Fortune nach Europa. Sie ist bei uns
nur selten in Kultur und wird in den Baumschulen und Gartencentern
kaum angeboten. Zu finden ist sie daher fast ausschließlich
in Botanischen Gärten oder alten Schlossparks (z. B.
Schlosspark Weitmar in Bochum). Obwohl die Goldlärche
vollkommen winterhart sein soll, wird sie bei uns nicht sehr
alt und nur 12 bis 15 hoch. Zapfenbildung ist nur sehr selten
zu beobachten. Die Art verlangt bei uns tiefgründige,
feuchte, durchlässige und nährstoffreiche, kalkfreie
Böden. Sie ist außerdem auf hohe Sommerniederschläge
angewiesen und benötigt viel Licht.
Systematik
Im Gegensatz zu dem, was der Name impliziert, ist die Gattung
Pseudolarix, die nur eine Art enthält, nicht enger verwandt
mit der Gattung Larix. Den Namen hat sie bekommen, weil sie
ebenso wie die Lärchen im Winter ihr Laub abwirft.
Wuchsort im BG Bochum
Im Botanischen Garten existiert nur ein junges, etwa 3m hohes
Exemplar im Alpinum (G5). Dieses ist zwar schon sehenswert,
wenn sich das Laub im Herbst gold färbt, es bildet aber
bisher weder männliche Blüten noch weibliche Zapfen
aus. Die Fotos der Zapfen stammen von Schlosspark Heltorf
(Düsseldorf), wo ältere, fruchtende Exemplare zu
finden sind, an denen Untersuchungen zur Ontogenie am Lehrstuhl
für Spezielle Botanik in Bochum durchgeführt werden.
Literatur
Carrière, E. A. 1868: Pseudolarix kaempferi. - Rev.
hort. 1868: 332-333.
Farjon, A., Page, C. N. & Schellevis, N. 1993: A preliminary
world list of threatened conifer taxa. - Biodiv. Conserv.
2: 304-326.
Hemsley, W. B. & Bean, W. J. 1908: Pseudolarix Fortunei.
- Curti's Bot. Mag. 4 (Ser. 4): Tab. 8176.
Hecker, U. 1985: Nadelgehölze. Wildwachsende und häufig
angepflanzte Arten. - München, Wien, Zürich: BLV.:
91.
Lepage, B. A. & Basinger, J. F. 1995: Evolutionary history
of the genus Pseudolarix GORDON (Pinaceae). Int. J.
Plant Sci. 156(6): 910-950.
Schütt, P., Lang, K. J. & Schuck, H. J. 1984: Nadelhölzer
in Mitteleuropa. Bestimmung, Beschreibung, Anbaukriterien.
- Stuttgart, New York: Fischer: 101-102.
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