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Botanischer Garten
Dr. Armin Jagel
 
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Botanischer Garten » Gymnospermen » Pinus aristata

 

 

Pinus aristata Engelm. - Grannen-Kiefer

- Die ältesten Lebewesen der Erde -

 

Foto

 

Morphologie
Kleiner, sehr langsam wachsender, bis 15 m hoher Baum, in Kultur bei uns meist viel niedriger bleibend oder niederliegend. Nadeln zu fünf am Kurztrieb, etwa 15 Jahre am Baum bleibend, sehr dicht gedrängt stehend, 2-4 cm lang, dunkelgrün mit weißen, körnigen Harzausscheidungen (die häufig für Schmierläuse gehalten werden). Wegen der charakteristischen Nadeln mit keiner anderen Art zu verwechseln. Zapfen 6-10 cm lang, 4 cm dick, ungestielt, Nabel der Schuppen mit einem etwa 8 mm langen, grannenförmigen Dorn (vgl. Foto) versehen; daher der Name Grannen-Kiefer.

Vorkommen
USA: Rocky Mountains von Colorado westwärts bis SO-Kalifornien an der Waldgrenze zwischen 2400 und 4000 m ü. NN.

Kultur
1863 erstmals nach Europa (England) gekommen. Heute wird die Art in Botanischen Gärten überwiegend deswegen gepflanzt, weil sie als ältester lebender Baum der Erde gilt.

Sonstiges
1953 fand E. Schulmann bei dendrochronologischen Untersuchungen einen bisher unbekannten Bestand der Art auf 3000 m Höhe in den White Mountains in Arizona. Dort wuchsen zahlreiche Bäume in der Altersklasse zwischen 3000 und 4000 Jahre. Nach eingehenden Untersuchungen der Jahresringe wurde als Rekord ein Alter von 4700 Jahren gemessen. Zwar leben diese alten Bäume nur noch mit wenigen, von einem schmalen Rindenstreifen ernährten Ästen, ihr Holz ist aber dank der Kombination von Trockenheit und Kälte so wenig vermorscht, dass es den Nachweis des Rekordalters erlaubt. Die Grannen-Kiefer übertrifft damit bei weitem das Alter der Riesen-Mammutbäume (Sequoiadendron giganteum), die wegen ihrer gewaltigen Erscheinung seit dem vorigen Jahrhundert als die ältesten Bäume galten.
Nachdem dem Bekanntwerden dieser Bäume beschäftigten sich viele Botaniker mit der Art. Untersuchungen von D. K. Bailey hatten zur Folge, dass man Pinus aristata in zwei nah verwandte Arten aufteilte. Folgt man dieser Ansicht, gehören die ältesten Bäume der Welt zu der 1970 neu beschriebenen Art P. longaeva (= langlebend), die von einigen Autoren nur als Varietät von P. aristata betrachtet. Bei den Pflanzen im Botanischen Garten Bochum zu sehenden Pflanzen handelt es sich um P. aristata s. str. mit sehr deutlichen Harzauscheidungen. Bei P. longaeva fehlen diese weitgehend.

Wuchsort im BG Bochum
Geobotanik im Bereich "Vegetation des östlichen Amerikas" (F7). Die Pflanzen im BG Bochum tragen bisher keine Zapfen; das Foto stammt aus dem BG Frankfurt.

Literatur:
Bärtels, A. 1976: Die Grannenkiefer - der älteste Baum der Erde. – Gartenpraxis 2/1976: 71-72.
Thiel, W. 1989: Bei den ältesten Bäumen der Erde, den Grannenkiefern. – Mitt. Deutsch. Dendrol. Ges. 79: 149-157.

 
 
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Letzte Änderung: 07.03.2003 | Ansprechpartner: Armin Jagel