Ginkgo
biloba L. - Ginkgobaum, Fächerblattbaum
- lebendes Fossil -
Der Ginkgobaum, in Parkanlagen und im Straßengrün
verbreitet und auffallend wegen seiner hellgelben Herbstfärbung,
hat seine heutige natürliche Verbreitung im Südosten
Chinas. Er gelangte zwischen 1727 und 1737 nach Europa. In
China und Japan wurde er längst vielfach als Tempelbaum
angepflanzt.Aus Fossilfunden weiß man, daß Ginkgo-Gewächse
im Erdmittelalter formenreich über die ganze Erde verbreitet
waren und noch im Tertiär natürliche Refugien auch
in Nordamerika und Europa hatten. Mit der eiszeitlichen Klimaverschlechterung
starben die empfindlichen Gattungen und Arten aus, so auch
der Ginkgo, der heute mit einer einzigen Art in einem
eng beschränkten Areal in SO-China vorkommt.
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Verbreitung der fossilen Ginkgo-Gewächse
(gerastert)
und der rezenten Art
Ginkgo biloba (Pfeile)
(dick punktiert: altes Kulturgebiet) |
Der Ginkgobaum nimmt neben seiner geographischen Isolierung
auch in systematischer Hinsicht eine Sonderstellung ein. Wegen
der spezifischen Befruchtungsverhältnisse (bewegliche
männl. Keimzellen, Spermatozoiden) und anatomischer Besonderheiten
(flächenhaft breite Blätter ohne Mittelrippe, Blattnerven
gabelig, dichotom, verzweigt; Feinstruktur des Holzes, Wuchsform
und Verzweigung) wird er zwischen Palmfarnen (Cycadeen, im
Gewächshaus zu sehen) und Nadelbäumen (Coniferen)
eingeordnet, alle drei Klassen zu den Nacktsamern (Gymnospermen)
gehörend.
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