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Botanischer Garten
Dr. Armin Jagel
 
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Botanischer Garten » Gymnospermen » Fitzroya cupressoides

 

Fitzroya cupressoides (Molina) I. M. Johnst. - Alerce, Patagonische Zypresse

 

Foto

Name
Die monotypische Gattung wurde von LINDLEY 1851 nach ROBERT FITZ-ROY benannt. Dieser war Kapitän der "HMS Beagle", dem Schiff, auf dem Charles Darwin seine Entdeckungsreisen unternahm. In Süd-Amerika wird die Art "Alerce" genannt, was dem Spanischen Wort für Lärche entspricht.

Morphologie
Immergrüner, pyramidal wachsender Baum bis 50 m, in höheren Regionen strauchförmig. Blätter schuppenförmig, in Quirlen zu drei, manchmal zu zwei oder vier, oberseits mit zwei weißen Stomatabändern. Zweihäusig (diözisch), manchmal einhäusig (monözisch). Weibliche Zapfen einzeln endständig an Kurztrieben, kugelig, holzig, im ersten Jahr reifend, aus neun zu je drei quirlig stehenden Schuppen; der oberste Quirl steril mit zu drei pfriemlichen oder keulenförmigen, stark Harz absondernden Drüsen reduziert. Die beiden darunter stehenden fertil mit bis zu sechs Samen pro Zapfenschuppe. Unter den Zapfenschuppen steht ein Quirl aus Elementen, die teils ebenfalls als Zapfenschuppen gewertet werden, teils aber nur als Übergangsblätter zwischen den normalen Schuppenblättern und den Zapfenschuppen.

Vorkommen
Südamerika: Süd-Chile und angrenzendes Argentinien. Zusammen mit der eng verwandten Pilgerodendron uviferum im Flach- und Bergland im temperaten Regenwald. Im Ganzen ein Areal von etwa 360 x 200 km besiedelnd.

Kultur
Die Alerce wurde bereits 1847 von WILLIAM LOBB von seiner zweiten Expedition nach Süd-Amerika in England eingeführt. Sie ist dort winterhart und kann zu Bäumen heranwachsen. Die Art soll in Kultur immer weiblich sein. Sie bildet trotzdem Zapfen mit einer Fülle von Samen, die allerdings sämtlich steril sind.

Sonstiges
In ihrer Heimat existieren über 3600 Jahre alte Bäume, die zu den ältesten Lebewesen der Erde gerechnet werden. Das sehr kostbare Holz ist rötlich, hart und äußerst resistent gegen Pilz- und Insektenbefall. So existieren einige Gebäude aus dem 17. Jahrhundert, die heute noch kaum Verwitterungsschäden zeigen. Aus diesem Grund sind die Bestände der Alerce seit dem 16. Jahrhundert und besonders seit der Mitte des 18. Jahrhunderts durch europäische Siedler sehr stark im Bestand dezimiert worden. Die Art steht heute auf der IUCN-Liste in der Kategorie "endangered" und wird im Appendix 1 der CITES geführt. Sie gehört außerdem zu den wenigen Nutzholz-Arten, für die in den USA ein Einfuhrverbot besteht. In ihrer Heimat steht die Art mittlerweile unter strengem Schutz (seit 1973 in Argentinien, seit 1976 in Chile). 1977 wurde vom Chilenischen Parlament jeder lebende Baum der Fitzroya zum ‘Naturdenkmal’ erklärt; das Fällen ist damit strikt verboten.

Wuchsort im BG Bochum
Die Art ist bei uns wahrscheinlich nicht voll winterhart und wird deswegen in den Wintermonaten als Kübelpflanze im Kalthaus überwintert. In den Sommermonaten steht sie im Freiland. Wenn Sie sie sehen wollen, wenden Sie sich bitte an Herrn Reimann.

Literatur
GARDNER, M. F., THOMAS, P., LARA, A. & ESCOBAR, B. 1999: Fitzroya cupressoides. Curtis’s Botanical Magazin 16(3): 229-240.
HOOKER, J. H. 1851: Fitzroya patagonia. Curtis’s Botanical Magazin 83: t. 4616.
JAGEL, A. & STÜTZEL, TH. 2001: Die Zypressengewächse (Cupressaceae s. l.) des Palmengartens Frankfurt (Teil 1): Die Vertreter Südamerikas: Austrocedrus chilensis (D. Don) Pic. Serm. & Bizzarri, Fitzroya cupressoides (Molina) I. M. Johnst. und Pilgerodendron uviferum (D. Don.) Florin. Palmengarten (Frankfurt) 64(2): 138-147.
LAUBENFELS, D. J. DE 1965: The relationships of Fitzroya cupressoides (Molina) Johnston and Diselma archeri J. D. Hooker based on morphological considerations. Phytomorphology 15: 414-419.
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Letzte Änderung: 03.02.2003 | Ansprechpartner: Armin Jagel