Cupressus
sempervirens L. - Mittelmeer-Zypresse
Name
Der Gattungsname ist abgeleitet von "kyparíssos",
dem griechischen Namen der Zypresse. Von ihr soll die Insel
Zypern ihren Namen erhalten haben. Das Epitheton "sempervirens"
bedeutet "immergrün".
Morphologie
Baum, bis ca. 40 m hoch, Borke dünn, glatt, graubraun,
etwas rissig. Zweiglein nicht in einer Ebene, letzte Triebspitzen
im Querschnitt rund oder 4-kantig, etwa 1 mm dick (dünner
als die ähnliche Monterey-Zypresse - Cupressus macrocarpa).
Blätter schuppenförmig, kreuzgegenständig,
mit Längsfurche. Zapfen an kurzen Stielen, im reifen
Zustand hängend, kugelig bis länglich, 2-3 cm lang
mit 8-14 Schuppen, auf dem Rücken konkav bis eben, mit
kleinem Nabel in der Mitte mit Stachelspitze, glänzend
braun bis grau. Samen schmal geflügelt, zu 8-20 auf jeder
Schuppe.
Vorkommen
Die Mittelmeer-Zypresse ist heimisch im östlichen Mittelmeerraum
vom Peloponnes über Kreta, Rhodos, Samos und Kleinasien
bis Nord-Persien, Libyen und Syrien und Zypern, wo sie trockene,
steinige Böden bevorzugt, häufig auch an Felswänden
auftritt. Wegen ihrer großen Widerstandsfähigkeit
gegen Trockenheit wird sie von jeher zur Aufforstung verwendet
und ist im gesamten Mittelmeergebiet über ihr ursprüngliches
Areal hinaus verbreitet worden. Während die Wildform
der Zypresse eine breit ausladende Krone mit waagerecht ausgebreiteten
Ästen besitzt (f. horizontalis), tritt als Zierbaum meist
die sogenannte "Säulen-Zypresse" auf, eine
vermutlich durch Mutation aus der Wildform entstandene Säulenform
mit schlanker Krone, ähnlich einem zusammengeklappten
Regenschirm (f. stricta = f. pyramidalis). Säulenzypressen
gehören zu den charakteristischen Vegetationselementen,
die die Kulturlandschaft des Mittelmeeres prägen.
Kultur
Wegen ihrer Frostempfindlichkeit gilt die Mittelmeer-Zypresse
in Deutschland als nicht winterhart, doch findet man gelegentlich
in einigen Botanischen Gärten (z. B. BG Bonn, Palmengarten
Frankfurt) große Exemplare im Freiland. Im Ruhrgebiet
scheint die Art nicht winterhart zu sein, doch wird sie hin
und wieder in Baumschulen angeboten.
Sonstiges
Das äußerst dauerhafte Zypressenholz war in
der Antike als Bauholz sehr gefragt. Es wurde hauptsächlich
im Schiffsbau, für Tempeltüren und Sarkophage verwendet.
Das Haus von Odysseus soll aus Zypressenholz gewesen sein.
Theophrast erwähnt vier Generationen lang gelagertes
Zypressenholz, das für die Türen des Tempels von
Ephesus verwendet wurde. Eine Verfügung des Senats von
Venedig aus dem Jahre 1414, die die Zypressenausfuhr aus Kreta
verbietet, zeigt, dass schon im Mittelalter die Dezimierung
der Wälder bedrohliche Formen angenommen hat.
Nach der Mythologie ist die Zypresse aus Kyparissios von Keos
hervorgegangen, einem von Apollo geliebten Knaben, der unwillentlich
einen heiligen Hirsch tötete und wegen seiner untröstlichen
Trauer in eine Zypresse verwandelt wurde. Seither gilt die
Zypresse als Trauerbaum, was durch ihre dunkelgrüne Tracht
unterstützt wird. Gleichzeitig symbolisiert sie aber
durch ihre immergrüne Erscheinung und ihr sehr hohes
Lebensalter (verschiedene Angaben sprechen von fast 2000 Jahren,
sicher nachgewiesen ist ein Alter von mindestens 500 Jahren)
das Leben und die Ewigkeit. Angepflanzt trifft man sie daher
besonders häufig auf mediterranen Friedhöfen an.
Das ätherische Öl, aus Blättern und jungen
Zweigen gewonnen, wird medizinisch zu Inhalationen und Einreibungen
bei Atemwegserkrankungen verwendet. Auch ist es in Raumsprays
und einigen Parfüms enthalten.
Wuchsort im BG Bochum
Eine reichlich fruchtende Pflanze im Mediterranhaus (Bitte
wenden Sie sich an Frau Koch). Eine Säulen-Zypresse (Kultivar
'Stricta') wächst in der Anzucht der Speziellen Botanik
(Bitte wenden Sie sich an Herrn Reimann).
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