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Botanischer Garten
Dr. Armin Jagel
 
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Botanischer Garten » Gymnospermen » Cupressus sempervirens

 

 

Cupressus sempervirens L. - Mittelmeer-Zypresse

 

Foto

 

Name
Der Gattungsname ist abgeleitet von "kyparíssos", dem griechischen Namen der Zypresse. Von ihr soll die Insel Zypern ihren Namen erhalten haben. Das Epitheton "sempervirens" bedeutet "immergrün".

Morphologie
Baum, bis ca. 40 m hoch, Borke dünn, glatt, graubraun, etwas rissig. Zweiglein nicht in einer Ebene, letzte Triebspitzen im Querschnitt rund oder 4-kantig, etwa 1 mm dick (dünner als die ähnliche Monterey-Zypresse - Cupressus macrocarpa). Blätter schuppenförmig, kreuzgegenständig, mit Längsfurche. Zapfen an kurzen Stielen, im reifen Zustand hängend, kugelig bis länglich, 2-3 cm lang mit 8-14 Schuppen, auf dem Rücken konkav bis eben, mit kleinem Nabel in der Mitte mit Stachelspitze, glänzend braun bis grau. Samen schmal geflügelt, zu 8-20 auf jeder Schuppe.

Vorkommen
Die Mittelmeer-Zypresse ist heimisch im östlichen Mittelmeerraum vom Peloponnes über Kreta, Rhodos, Samos und Kleinasien bis Nord-Persien, Libyen und Syrien und Zypern, wo sie trockene, steinige Böden bevorzugt, häufig auch an Felswänden auftritt. Wegen ihrer großen Widerstandsfähigkeit gegen Trockenheit wird sie von jeher zur Aufforstung verwendet und ist im gesamten Mittelmeergebiet über ihr ursprüngliches Areal hinaus verbreitet worden. Während die Wildform der Zypresse eine breit ausladende Krone mit waagerecht ausgebreiteten Ästen besitzt (f. horizontalis), tritt als Zierbaum meist die sogenannte "Säulen-Zypresse" auf, eine vermutlich durch Mutation aus der Wildform entstandene Säulenform mit schlanker Krone, ähnlich einem zusammengeklappten Regenschirm (f. stricta = f. pyramidalis). Säulenzypressen gehören zu den charakteristischen Vegetationselementen, die die Kulturlandschaft des Mittelmeeres prägen.

Kultur
Wegen ihrer Frostempfindlichkeit gilt die Mittelmeer-Zypresse in Deutschland als nicht winterhart, doch findet man gelegentlich in einigen Botanischen Gärten (z. B. BG Bonn, Palmengarten Frankfurt) große Exemplare im Freiland. Im Ruhrgebiet scheint die Art nicht winterhart zu sein, doch wird sie hin und wieder in Baumschulen angeboten.

Sonstiges
Das äußerst dauerhafte Zypressenholz war in der Antike als Bauholz sehr gefragt. Es wurde hauptsächlich im Schiffsbau, für Tempeltüren und Sarkophage verwendet. Das Haus von Odysseus soll aus Zypressenholz gewesen sein. Theophrast erwähnt vier Generationen lang gelagertes Zypressenholz, das für die Türen des Tempels von Ephesus verwendet wurde. Eine Verfügung des Senats von Venedig aus dem Jahre 1414, die die Zypressenausfuhr aus Kreta verbietet, zeigt, dass schon im Mittelalter die Dezimierung der Wälder bedrohliche Formen angenommen hat.
Nach der Mythologie ist die Zypresse aus Kyparissios von Keos hervorgegangen, einem von Apollo geliebten Knaben, der unwillentlich einen heiligen Hirsch tötete und wegen seiner untröstlichen Trauer in eine Zypresse verwandelt wurde. Seither gilt die Zypresse als Trauerbaum, was durch ihre dunkelgrüne Tracht unterstützt wird. Gleichzeitig symbolisiert sie aber durch ihre immergrüne Erscheinung und ihr sehr hohes Lebensalter (verschiedene Angaben sprechen von fast 2000 Jahren, sicher nachgewiesen ist ein Alter von mindestens 500 Jahren) das Leben und die Ewigkeit. Angepflanzt trifft man sie daher besonders häufig auf mediterranen Friedhöfen an.
Das ätherische Öl, aus Blättern und jungen Zweigen gewonnen, wird medizinisch zu Inhalationen und Einreibungen bei Atemwegserkrankungen verwendet. Auch ist es in Raumsprays und einigen Parfüms enthalten.

Wuchsort im BG Bochum
Eine reichlich fruchtende Pflanze im Mediterranhaus (Bitte wenden Sie sich an Frau Koch). Eine Säulen-Zypresse (Kultivar 'Stricta') wächst in der Anzucht der Speziellen Botanik (Bitte wenden Sie sich an Herrn Reimann).

 
 
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Letzte Änderung: 23.01.2003 | Ansprechpartner: Armin Jagel