Ruhr-Universität Bochum zum Inhalt Startseite der RUB pix
Startseite Uni Überblick Uni A-Z Uni Suche Uni Kontakt Uni  

pix
 
 
Botanischer Garten
Annette Höggemeier
 
Homepage der Fakultät, LS Spezielle Botanik, AG Geobotanik, Botanischer Garten, Monatsporträts     
pix
Botanischer Garten » Pflanzenporträts » Arum maculatum

 

Arum maculatum L. - Gefleckter Aronstab

 

 

Foto

 

Aronstab gehört in frisch-feuchten Laubwäldern zum Frühlingsaspekt der Krautschicht.
Die Blätter sind pfeilförmig, häufig gefleckt. Bei den Blütenständen handelt es sich um Kolben, verdickte Achsen mit zahlreichen ungestielten Blüten. Der Kolben wird kesselartig umhüllt von einem Hochblatt, der Spatha, die nach oben wie eine Tüte geöffnet ist.

Die eingeschlechtlichen Blüten stehen getrennt an der Kolbenachse. Deren Ende bildet eine braun-violett farbene Keule, die mit Duftdrüsen ausgestattet ist. Bei Wärme - im Kessel liegen die Temperaturen durch intensive Atmung bis 16 °C über der Außentemperatur - verströmen sie einen harnartigen Geruch, durch den Insekten angelockt werden. Sie finden an der glatten Spatha keinen Halt und rutschen in den Kesselgrund. Hier befinden sich die weiblichen Blüten, die Nektar absondern. Zwischen weiblichen und männlichen Blüten stehen Sperrborsten, die nach der Bestäubung welken, so dass das Insekt wieder, nach etwa 24 Stunden, entkommen kann. Auf dem Weg ins Freie wird es mit dem Pollen der jetzt reifen männlichen Blüten beladen.

 

 

Arum maculatum besitzt protogyne (d.h. die weiblichen Blüten reifen eher als die männlichen) Kesselfallenblumen. In wechselseitiger Anpassung Blüte - Insekt hat sich ein Bestäubungsmechanismus herausgebildet, der Selbstbestäubung erschwert und die vorteilhafte Fremdbestäubung fördert.

Nach der Befruchtung reifen die auffallenden, roten Beeren, während die grünen Blät-ter im sommerlichen Schatten des Laubwaldes einziehen.

Arum maculatum gehört zu den Giftpflanzen. Alle frischen Pflanzenteile üben starke Reizwirkungen auf Haut und Schleimhäute aus, Verzehr führt zu Brennen im Mund, Übelkeit bis Erbrechen und Krämpfen.

 
 
Zum Seitenanfang  Seitenanfang | Diese Seite drucken
Letzte Änderung: 30.04.2003 | Ansprechpartner: Annette Höggemeier